Igel sind faszinierende und nützliche Bewohner unserer Gärten, die jedoch zunehmend unter den Veränderungen ihrer Lebensräume leiden. Besonders in städtischen Gebieten stehen sie vor großen Herausforderungen. Der Rückgang der Insektenpopulationen, ihre Hauptnahrungsquelle, erschwert es den Tieren erheblich, ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anzulegen oder diesen unbeschadet zu überstehen. Für Bauherren, Sanierer und Architekten bietet sich hier eine wertvolle Möglichkeit, durch bewusste Gestaltung und einfache Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.
Eine Expertin für Artenschutz, Marianne Watzenberger aus Simbach am Inn, unterstreicht die Notwendigkeit, Igel aktiv zu unterstützen. Sie zeigt auf, wie man mit geringem Aufwand geeignete Winterquartiere für diese stacheligen Gartenbewohner schaffen kann. Solche Unterschlüpfe sind essenziell, da natürliche Verstecke wie dichte Hecken, Holzstapel oder Laubhaufen in aufgeräumten Gärten immer seltener werden. Ein sicheres und trockenes Winterquartier schützt die Igel vor Kälte, Nässe und Fressfeinden während ihres Winterschlafs.
Neben einem sicheren Rückzugsort ist auch die Zufütterung ein entscheidender Faktor für das Überleben der Igel, insbesondere in den Monaten vor dem Winterschlaf und nach dem Erwachen. Angesichts des bereits erwähnten Insektensterbens finden viele Igel nicht mehr genügend Nahrung, um ihr notwendiges Gewicht zu erreichen. Frau Watzenberger gibt hierzu konkrete Empfehlungen, um die Tiere artgerecht zu versorgen und ihnen so zu helfen, die kritischen Phasen des Jahres zu meistern. Wichtig ist dabei, nur geeignetes Futter anzubieten und auf Milch oder Essensreste zu verzichten, die den Tieren schaden könnten.
Für die Planung und Gestaltung von Neubauten oder die Sanierung bestehender Objekte in urbanen Räumen bedeutet dies, die Bedürfnisse von Wildtieren wie dem Igel von Anfang an mitzudenken. Die Integration von naturnahen Elementen, wie zum Beispiel unversiegelten Flächen, die Platz für Laub- oder Reisighaufen bieten, oder die Anlage von insektenfreundlichen Gärten, schafft nicht nur Lebensraum für Igel, sondern fördert auch die Biodiversität insgesamt. Auch die bewusste Entscheidung für igelfreundliche Zäune, die kleine Durchschlupfmöglichkeiten bieten, kann einen großen Unterschied machen.
Durch die Berücksichtigung dieser Aspekte tragen Bauherren, Sanierer und Architekten nicht nur zum Schutz einer gefährdeten Art bei, sondern erhöhen auch die ökologische Qualität und Attraktivität ihrer Projekte. Ein igelfreundlicher Garten oder eine igelfreundliche Siedlung ist ein Zeichen für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Bauen, das Mensch und Natur gleichermaßen zugutekommt.
