Mauersegler sind faszinierende Flugkünstler und prägen mit ihren Rufen den Sommer in vielen deutschen Städten. Als sogenannte Gebäudebrüter sind sie auf Hohlräume und Nischen an unseren Bauwerken angewiesen, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Diese natürlichen oder durch Alterung entstandenen Brutplätze finden sich oft unter Dächern, in Mauerspalten oder hinter Verkleidungen.
Bei Sanierungs- oder Modernisierungsvorhaben an Gebäuden werden diese Hohlräume jedoch häufig unwissentlich verschlossen oder entfernt. Dies führt zu einem erheblichen Verlust an Brutplätzen für Mauersegler und andere gebäudebrütende Arten. Angesichts des Artenschutzes und der gesetzlichen Vorgaben ist es entscheidend, bei Bauvorhaben die Bedürfnisse dieser Tiere zu berücksichtigen.
Eine bewährte und effektive Maßnahme zum Erhalt der Mauerseglerpopulationen ist die Anbringung spezieller Nistkästen. Diese dienen als direkter Ersatz für verloren gegangene oder nicht mehr zugängliche Brutstätten. Für eine erfolgreiche Nutzung durch die Mauersegler müssen einige wichtige Kriterien beachtet werden:
- Anbringungshöhe: Nistkästen sollten in einer Höhe von mehr als fünf Metern über dem Erdboden montiert werden. Mauersegler sind reine Luftbewohner und benötigen diese Distanz, um sicher starten und landen zu können.
- Freier Anflug: Ein ungehinderter Anflug ist essenziell. Es dürfen keine Äste, Vorsprünge oder andere Hindernisse den direkten Zugang zum Einflugloch versperren. Die Tiere benötigen ausreichend Platz, um im Flug das Nest zu erreichen.
- Standortwahl: Idealerweise werden Nistkästen an der Nord- oder Ostseite eines Gebäudes angebracht, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden. Eine Integration in die Fassade oder unter dem Dachüberstand ist oft ästhetisch ansprechend und bietet zusätzlichen Schutz.
Die frühzeitige Berücksichtigung von Artenschutzmaßnahmen in der Planungsphase von Bau- und Sanierungsprojekten ist nicht nur ein Beitrag zum Naturschutz, sondern auch eine Möglichkeit, spätere Konflikte oder Verzögerungen zu vermeiden. Durch die Installation von Nistkästen können Bauherren, Sanierer und Architekten aktiv dazu beitragen, dass Mauersegler auch weiterhin über den Dächern unserer Städte ihre Kreise ziehen und ihren Nachwuchs erfolgreich aufziehen können.
