Das Eichhörnchen ist eines der wenigen Wildtiere, mit denen Stadtbewohner regelmäßig direkten Sichtkontakt haben. Trotz seiner offensichtlichen Häufigkeit in Parks und Gärten ist es nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt — sein Quartier zu zerstören oder es zu fangen ist nicht zulässig. Charakteristisch sind die rotbraune bis dunkelbraune Fellfärbung (in Mitteleuropa zunehmend auch melanistische, also schwarze Tiere), der buschige Schwanz und die markanten Pinselohren im Winter. Anders als oft angenommen verschläft das Eichhörnchen den Winter nicht, sondern hält nur Winterruhe — bei mildem Wetter ist es das ganze Jahr über aktiv. Es baut mehrere Kobel in Bäumen, die es im Wechsel nutzt. Bei Baumfällungen, Dachsanierungen oder Heckenrodungen muss aktiv nach Kobeln und besetzten Höhlen gesucht werden. Während der Aufzuchtzeit von März bis August sind Eingriffe in Bestandsbäume artenschutzrechtlich besonders kritisch.
Lebensweise, betroffene Bauvorhaben, optimale Bauzeitfenster und konkrete Schutzmaßnahmen — verifiziert aus Fachliteratur und Praxis.
Streng tagaktiv, dämmerungsaktiv im Sommer. Lebt überwiegend einzelgängerisch, baut mehrere Kobel pro Revier (3–8 Stück) und wechselt regelmäßig zwischen ihnen. Halbe Wachstation auch im Winter, kein echter Winterschlaf. Reviere überlappen, sind aber nicht streng verteidigt.
Samen, Nüsse, Bucheckern, Eicheln, Knospen, Pilze, gelegentlich Vogeleier und Jungvögel. Legt im Herbst tausende Vorratsdepots an, von denen ein Teil vergessen wird — wichtige Funktion für die Waldverjüngung. Im Garten sehr gerne Walnüsse und Haselnüsse.
In ganz Deutschland flächendeckend, von der Küste bis in die hohen Lagen der Alpen. Häufiger in städtischen Parks und Gärten als in vielen Wirtschaftswäldern, vor allem dort, wo strukturreiche Mischbaumbestände fehlen.
Oktober bis Februar — außerhalb der Aufzuchtzeit. Achtung: bei mildem Spätwinter kann die erste Aufzucht bereits Anfang Februar starten, dann ist Vorsicht geboten. Baumfällungen ab Februar nur nach Inspektion auf besetzte Kobel.
Charakteristische Knabberspuren an Walnüssen oder Bucheckern (saubere halbierte Schalen). Frische Pinienzapfen-Strünke unter Nadelbäumen. Lautstarke Verfolgungsjagden in Baumkronen mit zungenartigen Ruflauten. Kobel sichtbar in Astgabeln in 6 bis 12 m Höhe — kugelig, etwa fußballgroß, aus Reisig gebaut.
Erhalt strukturreicher Mischbaumbestände mit Frucht- und Samentragenden Arten (Eichen, Buchen, Hasel, Walnuss, Linde). Anhängen von Eichhörnchen-Kobel-Ersatznistkästen bei unvermeidbaren Baumfällungen, mind. 2 Stück pro entferntem besetzten Baum. Sicherung von Baumkronen-Vernetzungen über Wege und Straßen, ggf. Errichtung von Kronenbrücken oder Straßenseil-Querungshilfen. Pflanzung von Frucht- und Samenträgern.
Holzkasten 25 × 25 × 40 cm mit seitlichem Eingang von 6 cm Durchmesser, Innenausstattung mit Holzwolle, abnehmbarer Deckel zur jährlichen Reinigung im Spätwinter
Erhalt vorhandener kugelförmiger Reisigkobel in Astgabeln alter Bäume — auch wenn sie unbesetzt erscheinen, werden sie regelmäßig wiederverwendet
Erhalt mind. eines Höhlenbaums (Eiche, Buche, Pappel) pro 0,5 ha Bestandsfläche, mit Spechthöhlen oder Astausbrüchen ab 6 cm Eingangsbreite
Lückenlose Anbindung von Baumkronen über Wege und Straßen durch Pflanzung benachbarter Bäume oder Kronenbrücken — Eichhörnchen meiden den Bodenwechsel
Kobel-Nistkasten 25 × 25 × 40 cm, Einflug 6 cm. Mind. 2 Kästen pro entferntem Baum mit Vorkommen. Höhlenbäume mind. 1 Stück pro 0,5 ha. Kronenkorridor-Lücken max. 4 m.
Nistkästen in 6 bis 10 m Höhe an dicke Stämme, Einflug nach Südosten, im Schutz dichter Krone. Mind. 2 Kobel pro Revier in unterschiedlichen Bäumen. Vernetzung mit benachbarten Bäumen sicherstellen.
Beim Neubau einer Wohnanlage sollten 12 alte Linden gefällt werden, davon 4 mit dokumentierten Eichhörnchen-Kobeln. Eine vollständige Erhaltung war planerisch nicht möglich.
Erhalt von 8 der 12 Bäume durch Umplanung der Tiefgarage, Aufhängen von 12 Eichhörnchen-Kobel-Nistkästen in den verbleibenden Bäumen, Anpflanzung von 6 jungen Walnussbäumen entlang der Kronenkorridor-Linie zur Anbindung an den benachbarten Friedhof.
Im Folgejahr drei Kobel-Nistkästen besetzt, Eichhörnchen-Aktivität auf dem Grundstück nicht eingebrochen, Reproduktion durch Beobachtung gesichert.
Vernetzung über Kronenkorridore ist bei Eichhörnchen wichtiger als jede einzelne Maßnahme — der Bodenwechsel ist für sie ein echtes Hindernis.
Eine Familie meldete Eichhörnchen, die durch eine Mauerspalte in den unausgebauten Dachstuhl eingedrungen waren und dort Aufzuchtnester anlegten — die Sanierung des Dachs stand an.
Verschiebung der Sanierung in den September nach Auszug der Jungtiere, Anbringen einer Einwegklappe für die letzten Tage, Aufhängen von zwei Kobel-Nistkästen in den benachbarten Walnussbäumen als Ersatzquartier.
Sanierung im September konnte regulär stattfinden, Tiere zogen freiwillig in die neuen Kobel um, Schäden am Dachstuhl waren minimal.
Eichhörnchen-Quartiere im Dachstuhl sind kein Notfall, sondern eine Frage der Zeitplanung — September ist das Fenster.
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